Trauerphasen

Aus meiner Jahrzentelangen Erfahrung  mit Trauernden und vielfältigen Kontakten auch nach der Zeit der Beerdigung, habe ich gelernt, dass Angehörige oft 4 Phasen der Trauer durchleben.
Da jeder Mensch anders und auch in der Tiefe verschieden Trauert, gibt es kein konkretes Regelwerk, aber die 4 Phasen werden oft angetroffen.
Sie gehen ineinander über und können sich wiederholen. Die Dauer der Trauer hängt davon ab, wie verbunden man mit dem Verstorbenen war.
Sollte man in einer Phase stecken bleiben, ist es Ratsam professionelle Hilfe in Anspruch zu nehmen.

 

1. Nicht-wahrhaben-wollen
Eine Nachricht über den Tod eines geliebten Menschen, löst bei vielen Trauernden unmittelbar danach eine Art Schockzustand aus. Der Verlust erscheint wie ein böser Traum. Eine Typische Reaktion ist das einfach Nicht-wahrhaben-wollen und die Leugnung des Todes. Man scheint in dieser Situation gelähmt und empfindungslos, wie  in einer emotionalen Starre.Die Hilfe der Familie und von Freunden, ist in solchen Zeiten von unschätzbarem Wert.

2.Gefühlschaos
In dieser Phase, meist nach der Beerdigung,herrscht ein regelrechtes Gefühlschaos: Trauer, Angst, Wut, Niedergeschlagenheit u. a. treten auf. Oft hat der Trauernde auch  Schuldgefühle, weil man glaubt, nicht alles getan oder etwas versäumt zu haben, das den Tod hätte verhindern können. Die Wut kann sich aber auch gegen Verwandte, Freunde oder den Verstorbenen selbst richten. Wir suchen jemanden, um Ihn für denVerlust und unseren Schmerz verantwortlich zu machen. Für die Trauerarbeit ist es jedoch wichtig, dass diesen Gefühlen Raum gegeben wird.

3. Suchen und Sich-Trennen
Es folgt nach der ersten Trauer eine Zeit, in der sich der Trauernde aus seinem Umfeld zurückzieht und häufig Orte aufsucht, die an den Verstorbenen erinnern. Durch das Suchen wird der Trauernde darauf vorbereitet, ein Weiterleben ohne den Verstorbenen anzuerkennen. Auch Probleme  die man mit der verlorenen Person hatte, werden aufgearbeitet und können zur Trauerarbeit hilfreich sein.

 

4. Offen für Neues
In dieser Phase erkennt und akzeptiert der Trauernde, dass er den Verstorbenen  verloren hat und das dieser nicht mehr zurückkehren wird.  Ein neues Kapitel beginnt und neue Lebensaufgaben werden ins Auge gefasst. Der Trauernde gewöhnt sich an eine neue Routine, schaut nach vorne und nimmt das Leben wieder in die Hand. Durch den Verlust und des Trauerns, sind wir  ein Stück stärker und auch reifer geworden, weil wir mit dieser schwierigen Situation/Aufgabe in unserem Leben konfrontiert wurden und damit fertig geworden sind. Unser emotionales Gleichgewicht  kehrt nach und nach zurück.

 

 

 

Karl Schumacher Bestattungen